Lerne, mit dem Nichts zu sitzen – und du wirst erkennen, dass es das Nichts nie gab...
- Stephanie Biscan

- 18. Mai 2025
- 1 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 19. Mai 2025

...Es war nur ungeachtet.
Dieser Satz kam mir während einer Meditation.
Während ich versuchte, mit diesem „Nichts“ zu sitzen.
Und mit „Nichts“ meine ich diese Stille, die aufkommt, wenn ich mich frage:
Was brauche ich gerade?
Wie geht’s mir?
Und keine Antwort kommt.
Oder ein: „Ich weiß es doch nicht.“
Ich empfinde das als ein sehr interessantes Phänomen.
Ich kann dir jede körperliche Empfindung bis ins kleinste Detail beschreiben –aber wenn man mich fragt:
„Was brauchst du gerade?“
habe ich nicht den blassesten Schimmer.
Und das führt wiederum zu einer inneren Unruhe.
Denn ich möchte auf alles eine Antwort haben – gerade wenn es um meinen Körper geht.
Mein Therapeut fragt mich vor jeder Session:
„Was brauchst du heute?“
Und mir graut es jedes Mal – seit über sieben Monaten.
Denn meistens muss ich mit „Ich weiß es nicht.“ antworten.
Nicht aus Bequemlichkeit.
Sondern, weil ich wirklich keine Antwort darauf habe.
Körperorientierte Therapie, in meinem Fall „Somatic Bodywork“, ist nicht so, wie sie in den Medien oft dargestellt wird.
Es ist keine Massage.
Man zittert nicht am ganzen Körper.
Man muss keine theatralischen Gefühlsausbrüche haben.
Geschweige denn, dass man danach erleuchtet ist.
Oft ist es:
Leer, zäh, hart und still.
Ich atme.
Spüre.
Lausche.
Lerne.
Kommuniziere.
Ich lerne, das Kleine wieder wahrzunehmen – die Dinge, die ich früher als „Nichts“ abgestempelt hatte.
Ein Ziehen.
Ein Kribbeln.
Ein Impuls, mich zu strecken.
Eine feine Bewegung im Brustkorb.
Ein Bedürfnis.
Und plötzlich ist es nicht mehr nichts.
Es war nie das Nichts.
Es war das, was nie Raum hatte.




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