Trauma: Wie nekrotisches Gewebe unter einem Pflaster
- Stephanie Biscan

- 16. Juni 2025
- 1 Min. Lesezeit

Manchmal fühlt sich mein Trauma an wie nekrotisches Gewebe unter einem Pflaster.
Ein düsteres Bild, ich weiß.
Und doch trifft es einen ganz bestimmten Kern. Trauma ist nicht wie ein Schnitt, der blutet, gereinigt, genäht wird - und dann verheilt.
Vielmehr ist es eine Wunde die nie ganz verheilen mag.
Von außen sieht sie vielleicht klein und oberflächlich aus, aber wenn man unter das Pflaster schaut, offenbart sich etwas, das man nicht immer sehen will.
Oder kann.
Oder aushalten möchte. Trauma kann dynamisch sein.
Manchmal ist es still, fast vergessen - dann auf einmal wieder roh, klaffend, unaushaltbar. Wenn man beginnt, das Pflaster zu lösen - um zu verstehen, aufzuräumen und endlich dort hinzuschauen, wo es so wehtut - dann zeigt sich oft erst wie tief es wirklich reicht.
Es offenbaren sich Schichten, die im ersten Moment nicht ersichtlich sind .
Wie abgestorbenes Gewebe: Schwer, schmerzhaft, und voller Fragen auf die es keine einfachen Antworten gibt.
Traumabewältigung ist kein Projekt vielmehr ein Prozess - der oft langsam, manchmal kaum auszuhalten, grausam ehrlich und oft auch frustrierend ist.
Und doch ist er notwendig, denn unter diesen nekrotischen Schichten, liegt etwas lebendiges: Leben.




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